Workshop ‹Platz da!› bei Wechselwirkungen (Tagung zu Kunst und Inklusion)
Einführung: Wir haben erklärt, wie wir arbeiten, es gab eine Übung zu Bildbeschreibungen und es konnten Fragen von den Teilnehmenden gestellt werden. Außerdem haben wir an anderen Workshops und Diskussionen teilgenommen und uns mit anderen Teilnehmenden ausgetauscht.Inklusiv war das allerdings wirklich nicht, auch wenn sie es so genannt haben: Stufen überall, schlecht gemachtes Büffet, ich konnte fast nichts essen und es war viel zu wenig, wir haben kaum was abgekriegt, weil wir wegen Einpacken der Technik und weil es so voll war, zu langsam waren; es gab aber immerhin Dolmetschung in Leichte Sprache, wahrscheinlich auch, weil der Künstler, der ausgestellt hat, das brauchte.
Leider gab es keinen richtigen Austausch mit ihm, nur einen Workshop, an dem ich aber nich teilgenommen habe, weil seine Kunst sehr visuell war. Es gab noch eine Musikinstallation, aber die hat mich nicht so überzeugt.
Meine Assistentin sagte sehr treffend: Die Leute gucken so pseudobegeistert. Sie konnten also offenbar auch nicht so richtig was damit anfangen.
Interessant fand ich die Diskussion mit meiner Chefin hinterher. Wir sprachen über den so genannten Behindertenbonus in der Kunst, also dass Leute die Kunst toll finden oder so tun wegen der Behinderung, nicht unbedingt, weil sie die Kunst toll finden oder was damit anfangen können.
Ich habe sie gefragt, ob sie anders mit meiner Kunst (Tanz, Lyrik, haptische Kunst) umgehen würde, wenn sie nichts von meiner Behinderung wüsste. Sie meinte, das könne sie nicht sagen, meine Behinderung gehöre einfach dazu, aber eben nicht vorrangig. Und sie sagte, was ich klasse fand, sie hätte mich ja über die Kunst, über meinen Tanz und wie wir zusammengetanzt haben, überhaupt erst kennengelernt. D.h. sie kennt mich vorrangig durch die Kunst und erst in zweiter Linie durch die Behidnerung.
Außerdem hat sie mich immer auf Augenhöhe behandelt und weder positiv noch negativ diskriminiert. Sie nimmt mich einfach als Mensch mit allen Stärken und Schwächen, Schätzen und Herausforderungen an, wie ich bin und die Behinderung ist eben eine meiner Eigenschaften, aber auch die Kunst und was ich sonst alles mitbringe. Sie schätzt das wert, auch die Behinderung, die für sie in unserem Verein und für unsere Zusammenarbeit eine wertvollste Komponente ist, aber es gibt eben noch sehr viel mehr und sie stellt das nicht dauernd in den Vordergrund und findet mich toll, mit meiner Kunst und weil ich so bin wie ich ebne bin, mit allem, was da mit dabei ist.
So würde ich gerne von allen behandelt werden. Und ich mache die Kunst ja um der Kunst willen, nicht um zu zeigen, wie ich mit der Behidnerung klar komme oder auch nicht oder um zu vermitteln, was ich trotz oder wegen der Behinderung alles kann, sondern weil ich kunstbegeistert bin und das teilweise schon mein Leben lang liebe oder zumindest einen großen Teil davon.
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