Seminar für blinde und sehbehinderte Leute an der ASH mit Karsten Hein
Einführung: Wir haben mit einer Studierendengruppe gearbeitet und fotografiert. Zu jeder Fotografin kam eine Gruppe Studierender. Sie haben beschrieben und wir haben fotografiert. Bei dem einen Termin habe ich die Gesichter abgetastet und beschrieben, was ich fühle und die anderen haben dabei fotografiert und ich habe im Hof der Alice-Salomon-Hochschule mit deren Hilfe und Beschreibungen Fotos gemacht. Bei der zweiten Sitzung waren wir im Park in der Nähe der Hochschule und haben Schatten fotografiert, weil ich mich daran noch aus meiner Zeit mit Sehrest erinnern kann. Später waren wir noch auf dem Hackeschen Markt und in den Gärten der Welt. Es war ein toller Kurs, bei dem ich viel über das Wahrnehmen mit den Augen gelernt habe. Später habe ich einen weiteren Kurs selbst mitgeleitet und ich konnte die Seminare auch in mein Studium mit einbringen, bei Europäischer Ethnologie im Bereich Freie Wahl, also so was ähnliches wie Studium Generale. Ich habe allerdings später gemerkt, dass Fotografie eigentlich doch nicht so mein Medium ist und ich mich lieber künstlerisch auf etwas konzentrieren will, das ich direkt wahrnehmen kann und wo ich nicht so sehr auf die Wahrnehmung Anderer angewiesen bin. Allerdings hat die Arbeit mit den Studierenden echt Spaß gemacht und ich könnte mir vorstellen, das wieder aufzugreifen und auch mit Tanz und Lyrik zu verbinden. Später gab es noch weitere Veranstaltungen, z.B. eine Präsentation der in den Kursen entstandenen Fotos, ein Blog ist daraus geschaffen worden und das Projekt "Blinde Reporter*innen", bei denen Fotografinnen auch in Museen gehen. Aber dazu kann Karsten Hein mehr sagen. Da war ich leider schon nicht mehr dabei. Karsten ist professionelelr Fotograf und hat ursprünglich damit begonnen, blinde Menschen zu portraitieren, um herauszufinden, ob es dabei Unterschiede zu den Portraits mit sehenden Leuten gibt. Daraus ist die Idee zu unserer Modenschau entstandne, wo Kleidugnsstücke mit Braille bestickt und präsentiert wurden. Bei diesem Projekt wurden wir außerdem von einer Reporterin interviewt und in der Ausstellung, die später dazu entstanden ist, waren dann auch Auszüge aus diesen Interviews zu hören. Die Kleidugnsstücke, die wir getragen haben, wurden vnn einer Modedesignschule entworfen. Ich habe einen bunten Schal in Pastelltönen und ein helles Shirt mit blauem Kragen und blauen Ärmelsäumen getragen. Die Braillestickerei war in Blau und ein japansiches Haiku. Leider kam ich erst ganz am Schluss zum Projekt hinzu, weil ich Karsten damals erst kurz davor kennengelernt hatte und konnte nicht mehr aussuchen, was auf meinem Shirt stehen wollte. Ein anderer Teilnehmer hat eins seiner Gedichte aufsticken lassen. Das fand ich voll schön udn hätte gerne etwas ähnliches gemacht. Vielleicht kommt es ja irgendwann noch dazu. Das fände ich toll. Die Idee von dem andern Teilnehmer hat mir auch sehr gut gefallen: Er hat ein Gedicht von einem Igel geschrieben, der im Gras sitzt und gerne Kirschen nascht. Der Text war in Grün gestickt und ein paar Braillepunkte waren rot wie die Krischen. Das fand ich toll. Es gab auch Kleider, Hosen und Mänerhemden, z.T. auch in anderen Sprachen bestickt, z.B. Englisch und Spanisch. Die anderen Teilnehmer*innen waren auch sehr interessante Leute, alle blind oder sehbehindert. Die Stickerein stammten von einer Stickerin aus Leipzig und wir haben mit der Modedesignschule Halle zusammengearbeitet. Das Projekt fand im Blindenförderugnswerk Halle statt, wo wir auch übernachtet haben und die Ausstellung war in Berlin.Zurück zu Kunst- und Kulturvermittlung
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