Brauny findet Freunde
Es war einmal ein kleiner, brauner Bär namens Brauny. Er lebte zusammen mit seinen Eltern, seiner Tante und seinen Großeltern in einer gemütlichen Höhle, in der es immer warm war.
Außerdem hatte Brauny einen Schlafplatz in der Höhle, an dem immer sein kleiner Kuschelbär lag, der genauso aussah wie er, eine Schüssel, in der immer etwas zum Naschen war (Honig, Beeren usw.) und einen Ball, mit dem er tagsüber im Wald, in dem die Höhle lag, spielen konnte.
Natürlich spielte Brauny noch mit vielen anderen Dingen z.B. mit kleinen Steinchen, die er in den den Bach warf, aber er kam sich oft sehr einsam vor, denn so schön seine Spielsachen auch waren, er wünschte sich jemanden, mit dem er richtig spielen konnte, der so war wie er.
Eines Nachmittags, als er gerade am Bach spielte, kamen zwei schwarze Bärenmädchen den Waldpfad entlanggelaufen. Sie hielten einander an den Pfoten und hüpften fröhlich hin und her. Brauny wunderte sich, er hatte diese beiden noch nie hier gesehen. Aber dann freute er sich doch, weil er endlich jemanden zum Spielen hatte. Als die beiden ihn erreichten, fragte die kleinere scheu: „Wer bist du? Wohnst du hier in der Gegend?“
„Ich heiße Brauny“, antwortete er, „und wohne in der großen Höhle hier im Wald. Und wie heißt ihr und wo kommt ihr her?“
Wir heißen Betty und Petty“, erklärte die größere, „und kommen aus dem anderen Wald. Wir suchen ein Zuhause, weil unsere Eltern von einem Auto überfahren wurden und wir da, wo wir früher gewohnt haben, nicht bleiben können!“
„Ich kann ja mal fragen, ob ihr bei uns wohnen könnt“, schlug Brauny vor. „Dann hätte ich zwei Schwestern!“
Er nahm Betty und Petty an die Pfote und führte sie zu seiner großen Familienhöhle. Er stellte die beiden vor und erzählte allen von ihrem Schicksal.
Die Mutter sagte: „Von mir aus könnt ihr hier wohnen. Oder ist jemand dagegen?“
Niemand war dagegen und so konnten Betty und Petty bei Brauny wohnen bleiben. Alle drei waren darüber glücklich, aber am glücklichsten war Brauny, denn jetzt hatte er zwei Schwestern zum Spielen.
In den nächsten Tagen zeigte er ihnen wie man fischt, Honig aus den Bienennestern holt, schwimmt, taucht und –vor allem – klettert. Und Betty und Petty zeigten ihm, wie man balanciert, auf glitschigen Steinen im Bach Halt findet, seilspringt, Hula-Hupp und Kästenhüpfen spielt und vor allem – wie man einander liebhat und schmust. Und alle waren sich einig; Geschwister haben ist doch besser als ein verwöhntes Einzelkind zu sein.///
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