Dezemberstress? - Tipps für eine entspannte Vorweihnachtszeit
Da ist er wieder, dieser Monat, den irgendwie niemand erwartet hat, obwohl er seit einem Jahr zwangsläufig wiederkommen muss ... Der letzte Monat im Kalender-Jahr, der schlimmste, hektischste, gefürchtetste: Dezember!Jeder hasst ihn, jeder wünscht sich, er wäre schon vorbei, denn Chaos und Stress sind vorprogrammiert: Geschenke kaufen, Plätzchen backen, Päckchen packen, Hacken ablaufen, in überfüllte Einkaufszentren hetzen, Christbaum schmücken, Zimmer dekorieren, Weihnachtsfeiern ohne Ende, Adventskränze flechten, Weihnachtsmärkte durchstreifen, genervten Menschen ausweichen, Festessen planen, Karten schreiben, ...
Puh!
Am Ende des Monats, an den Feiertagen, ist man zurecht urlaubsreif!
Aber zum Glück geht es auch anders. Ich zum Beispiel bin eine Dezember-Banausin. Ich mag weder die Süßigkeitenberge in den Supermärkten, noch die kitschige Weihnachtsdekoration in Kaufhäusern und Drogerien. Auch kein Weihnachtsliedergedudel bis zum Abwinken oder überfüllte Läden, in denen man sich kaum umdrehen kann, erst recht nicht in Begleitung.
Ich mache mir stattdessen lieber einen schönen, duftenden Kräutertee, lege mich gemütlich auf die Couch oder mein Bett und erledige das meiste von zu Hause aus. Klar ist es schöner, Sachen vorher in die Hand nehmen zu können und manchmal gehe ich sehr gern über Märkte und stöbere dort in aller Ruhe herum, aber wenn ich weiß, wonach ich suche und mir die Angebote genau durchlese oder beschreiben lasse, geht das meist auch gut online. Wenn mir etwas doch nicht gefallen sollte, kann ich es ja auch zurückschicken.
Am liebsten mache ich aber Geschenke und Deko selbst oder suche mir etwas in oder aus der Natur. Das macht viel mehr Spaß und kommt viel besser an, als irgendwelche gekauften Sachen. Meistens jedenfalls. Klar braucht es auch viel Zeit, Dinge selbst herzustellen, aber die nehme ich mir gerne. Das hat auch noch den positiven Nebeneffekt, dass ich meine Kunstwerke etwas erproben kann, bevor ich sie vielleicht später professionalisiere und an Leute verkaufe, die ich noch nicht persönlich kenne. Da sind z.b. meine kreativen Texte. Ein persönliches Gedicht in einem hübschen Rahmen oder Umschlag ist zwar etwas Schlichtes, kommt aber von Herzen und ich habe es bisher nur selten erlebt, dass sich die empfangende Person nicht darüber gefreut hätte. Außerdem habe ich schon Spruchkarten in Braille und Schwarzschrift gebastelt. Dazu lasse ich den Spruch oder Gruß von einer sehenden Person in Schwarzschrift auf eine farbige Karte aus dünnem Karton schreiben und klebe den in Streifen geschnittenen Brailletext dazwischen. Das haben Freunde und Verwandte schon sehr gut aufgenommen. Auch meine glitzernden Wunschkarten kommen sehr gut an. Entweder schreibe ich einen ideellen Wunsch auf, z.B. "Viel Glück im kommenden Jahr!" oder die Person bekommt einen Wunsch bei mir frei. Mit Glitzerstiften habe ich auch schon sehr schöne Plakate auf farbig passenden großen Kartonbögen gestaltet. Auch Modeschmuckketten habe ich schon selbst hergestellt und verschenkt. Das Auffädeln ist nicht schwer, nur bei der Farbkombination und den Verschlüssen muss ich mir von jemand sehendem helfen lassen. Es ist auch sehr schön, aus Karton Figuren auszuschneiden und die auf anderes Material aufzukleben, z.B. Tiere oder winterliche Motive. Oder ich habe Musik zusammengestellt, Hörbücher oder selbst aufgesprochene oder aufgesungene Texte und Lieder. Blinden und sehbehinderten Freundinnen, die Braille lesen oder üben wollen, habe ich auch schon selbstgetippte Karten oder Briefe geschickt. Auch das ist eine sehr schöne Sache und zeigt, dass ich an sie denke, auch wenn wir uns während des Jahres durch volle Terminkalender oder weit entfernte Wohnorte nur selten treffen können. Manchmal verschicke ich auch Emails mit Gedichten, lustigen oder besinnlichen Texten, Zitaten oder Ideen, wenn ich z.b. keine Adresse von jemandem habe. Natürlich muss ich bei den gebastelten Sachen etwas Geld für das Material ausgeben, aber das habe ich oft z.T. schon von früheren Aktionen hier und ein bisschen was kosten dürfen Geschenke nach meiner Auffassung schon. Manchmal findet man auch günstigen Künstlerbedarf bei Kleinanzeigenforen oder Onlineshops. Es fühlt sich auf jeden Fall viel besser an und ist wesentlich entspannter, als alles einzukaufen, was ich verschenken möchte. Da reduziert sich der Dezemberstress doch schon erheblich.
Ich hoffe, jetzt habt ihr schon ein paar Anregungen dazu bekommen, was ihr mit relativ wenig Aufwand selbst herstellen und verschenken könnt. Ich fände es toll, wenn ihr mir eure Bastelgeschenkideen schickt oder erzählt, wie die Umsetzung meiner Ideen bei euren Freunden und/oder Verwandten angekommen sind.
Wer trotzdem vor lauter Terminen und Verpflichtungen kaum zum Luftholen kommt, kriegt hier ein paar Tipps zur Entspannung (zu Details könnt ihr mich gern löchern):
- Fußbäder mit Melisse oder entspannendem Badesalz (gibt's in der Drogerie, im Reformhaus, Bioladen o.Ä.)
- ein paar Tropfen Lieblings-Duftöl in eine Schale mit Wasser füllen und auf die Heizung stellen
- eine Kerze anzünden und in die Flamme schauen oder der aufsteigenden warmen Luft nachspüren
- ruhige Musik hören (oder die, die euch am besten gefällt)
- die Nase in den Wind halten und eine Weile konzentriert schnuppern
- spazieren gehen, am besten im Wald, im Park oder am Wasser entlang
- singen, tanzen oder auf andere Weise kreativ sein
- auf den Atem konzentrieren
Wenn euch dazu noch mehr einfällt oder ihr mir verraten wollt, was euch am besten gegen Stress bzw. zum Entspannen hilft, freue ich mich über eure Zuschriften.
P.S Ich schicke euch auch gern Fotos, detailierte Beschreibungen oder Beispiele von meiner Kunst. Schreibt mir einfach an:
dingeska@gmail.com
Zurück zu Interviews und Artikel
Zurück zur Startseite